Freiwillige Feuerwehr Gosenbach

 

Die Historie

Im Herbst 1885 wurde die "Gosenbacher Feuerwehr" gegründet. Das damalige Spritzenhaus befand sich in der Nähe der alten Kapellenschule. Zur damaligen Zeit wurde mit einer Druckspritze, die auf einem zweirädrigen Fahrgestell aufgelegt war, gelöscht. Transportiert wurde die Druckspritze von Hand oder mit Pferdefuhrwerken. In den Anfangsjahren fehlte eine einheitliche Dienstkleidung, diese wurde erst neun Jahre später angeschafft. 


50 Jahre Feuerwehr Gosenbach 1935. Das Bild entstand vor dem damaligen Steigerturm, der sich bei der heutigen Grundschule im Keppel'scher Hof befand.


1943 stellte die Gemeinde der Feuerwehr als neues Spritzenhaus den Wagenraum an der neuen Schule zur Verfügung.

1945 wurde die Druckspritze von einer Motorspritze abgelöst. Es handelte sich dabei um eine ehemalige Luftschutzspritze mit DKW-Motor, die auf einem zweirädrigen Gerätewagen oder mit einem Lastkraftwagen zur Brand- bzw. Übungsstelle gezogen wurde.

 


Als kleiner Meilenstein in der Geschichte der Gosenbacher Feuerwehr ist die Anschaffung eines VW-Bulli im Jahr 1956 zu bezeichnen. Das Einsatzfahrzeug verfügte über eine eingeschobene Tragkraftspritze und bot Platz für drei Feuerwehrmänner. Lange nicht jede Feuerwehr verfügte damals über ein eigenes Fahrzeug!

Die Löschgruppe 1964

Das Bild enstand am alten Gerätehaus am heutigen Schulhof der Grundschule Gosenbach



Das heutige Feuerwehrgerätehaus, neben der Turnhalle, wurde am 22. September 1973 übergeben. Allerdings wurde nur eine Wagenhalle mit zwei Boxen in Fertigbauweise errichtet, die auf Betonpfeilern stand. Der zweite Bauabschnitt (Schulungsraum und sanitäre Anlagen unter der Wagenhalle) sollte sich noch um einige Jahre verzögern, da die finanziellen Mittel fehlten. Am gleichen Tag fand auch ein Ford Transit seinen Platz im neuen "Stall". Ebenfalls ein Tragkraftspritzenfahrzeug, genau wie der VW, aber in modernerer Bauweise - er konnte sechs Feuerwehrleute transportieren.

Eine wichtige Maßnahme im Jahr 1975 war die Gründung der Jugendfeuerwehr. Sie ist auch heute fester Bestandteil der Wehr und sichert den Nachwuchs.

Zum ersten Mal in der bis dahin 92-jährigen Geschichte bekam man 1977 ein Tanklöschfahrzeug zur Verfügung gestellt. Zwar handelte es sich um einen schon etwas älteren Einsatzwagen, aber mit dem eingebauten 2500-Liter-Wassertank konnte dem Feuer noch schneller zu Leibe gerückt werden.



1983 wurde dem Löschzug Gosenbach eine neues Feuerwehrfahrzeug zugeteilt. Man bekam ein sogenanntes Löschgruppenfahrzeug mit einer eingeschobenen Tragkraftspritze, das eine Besatzung von 9 Mann hatte. Allerdings mussten im Gegenzug alle anderen drei Fahrzeuge abgegeben werden.

Pünktlich zum 100-jährigen Jubiläum 1985 stand endlich wieder ein zweites Fahrzeug im Keppel`scher Hof. Ein Tanklöschfahrzeug mit 2700-Liter-Wassertank und einer Besatzung von drei Mann. Als die Feuerwehr Gosenbach im Festzelt ihren 100. Geburtstag feierte, verkündete der damalige stellvertretende Bürgermeister, Dr. Heinz Holzäpfel, dass der lang ersehnte Ausbau des Gerätehauses noch in diesem Jahr in Angriff genommen werde. Mit dieser Überraschung hatte keiner gerechnet und dementsprechend groß war die Freude.

Ende 1986 wurde der versprochene zweite Bauabschnitt am Gosenbacher Feuerwehrgerätehaus fertiggestellt. In einer kleinen Feierstunde wurden die Räume vom damaligen Stadtrat Bernhardt Stratmann ihrer Bestimmung übergeben. In neun Monaten hatten die Wehrmänner 2500 Arbeitsstunden in dieses Projekt gesteckt und den Bau in kompletter Eigenregie verwirklicht. Lediglich die Baumaterialien steuerte die Stadt Siegen hinzu.

Im Sommer des Jahres 1991 machte zum ersten Mal eine Frau Schlagzeilen für den Löschzug. Marion Schneider war die erste Frau in der Siegener Feuerwehr, die eine komplette Feuerwehrgrundausbildung erfolgreich absolvierte. Ein Jahr später schloss die begeisterte Feuerwehrfrau sogar den Atemschutzgeräteträgerlehrgang als Prüfungsbeste ab.


Einen freudigen Anlass gab es im Frühjahr 1994 als der in die Jahre gekommene Opel durch ein neu beschafftes Löschgruppenfahrzeug ersetzt wurde. Der Einsatzwagen verfügte über einen 600-Liter-Wassertank, eine fest eingebaute Feuerlöschkreiselpumpe sowie eine eingeschobene Tragkraftspritze. Hervorzuheben ist, dass dieses Fahrzeug über Spezialhalterungen in der Gruppenkabine verfügte, wodurch sich zwei Einsatzkräfte bereits während der Fahrt mit Atemschutzgeräten ausrüsten konnten.

Durch die Neugründung der Löschzüge 1998 mussten die Gosenbacher Wehrmänner leider das erst vier Jahre zuvor erhaltene Löschfahrzeug wieder abgeben. Aufgrund der Überalterung des Siegener Fuhrparks mussten mehrere Fahrzeuge im Stadtgebiet ausrangiert werden. So kam es, dass die Löschgruppe den modernen Einsatzwagen gegen ein älteres Fahrzeug eintauschen musste.


2000  wurde auf Stadtebene ein Gefahrstoffzug gegründet. Auch die Feuerwehr Gosenbach stellt seitdem mehrere Einsatzkräfte für dieses Spezialgebiet.


Im Spätsommer 2002 bekam die Feuerwehr Gosenbach ein Dekontaminationsmehrzweckfahrzeug (DMF). Das Tanklöschfahrzeug wurde dafür an die Feuerwehr Oberschelden abgegeben.



Als "Weihnachtsgeschenk" lag im Dezember 2004 der 177 PS starke Mercedes Atego, der noch heute im Besitz der Löschgruppe Gosenbach ist, unter dem Christbaum. Die offizielle Übergabe fand am 18. Februar 2005 statt. Das Löschgruppenfahrzeug hat eine Besatzung von 9 Mann und verfügt über einen 1000-Liter-Wassertank.

Das DMF wurde im Jahr 2011 nach Erndtebrück verlegt. Dafür wurde 2014 ein neues MTF auf Renault Basis angeschafft.